Bobath

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Die Bobath Therapie

beruht auf einem Konzept, das von dem Ehepaar Bobath (Physiotherapeutin und Arzt) für Kinder / Erwachsene mit angeborenen oder erworbenen cerebralen und anderen motorischen Bewegungsstörungen entwickelt worden ist.

„Konzept“ drückt aus, dass es sich nicht um eine Methode handelt, die endgültig feststeht, sondern dass es offen ist für neue medizinische Erkenntnisse und Ideen.
Es befindet sich somit in einer ständigen Weiterentwicklung.

Das Bobath Konzept steht auf zwei entscheidenden Fundamenten:

1. Es bezieht sich auf neurophysiologische Abläufe im Körper – dh

– wie arbeiten Nervenzellen, Muskeln und Gelenke zusammen, sodass Bewegung erfolgen kann
– wie werden die gemachten Erfahrungen im Gehirn verarbeitet
– wie geschieht motorisches Lernen

2. Der andere wichtige Aspekt ist die ganzheitliche Sichtweise auf das Kind,

Bewegung wird nicht als eine isolierte motorische Leistung gesehen, sondern als eine komplexe Handlung, die von vielen Faktoren beeinflusst wird wie z.B.:
– ist das Kind wach oder müde
– spürt es seinen Körper
– kann es seine sinne nutzen
– ist es motiviert
– möchte es sich fortbewegen, Dinge erforschen
– möchte es sich mitteilen, Gefühle ausdrücken u.v.m.

Kindliche Bewegungsentwicklung findet also auf unterschiedlichen Ebenen statt, die sich gegenseitig beeinflussen; der körperlichen, der emotionalen, der kognitiven und der sozialen Ebene.
Erst eine gute Vernetzung ermöglicht eine gute Entwicklung.

Das Wissen um diese Zusammenhänge hat bestimmenden Einfluss auf die Therapie:
– die Therapeutin/der Therapeut orientiert sich an den Fähigkeiten des Kindes und nicht an seinen Defiziten
– sie/er berücksichtigt und achtet die Interessen des Kindes, schaut, auf welcher Ebene das Kind sich ansprechen und motivieren lässt
– beide gemeinsam erarbeiten neue motorische Fähigkeiten immer in Funktion, d.h. bezogen auf eine für das Kind bedeutungsvolle Handlung

Nur so können diese bereits gewonnenen Erfahrungen integriert werden.